Radikale Liebe – was es mit dem neuen Bild in der Resi auf sich hat
Vor ein paar Monaten bin ich auf diese Zeichnung der Tattoo-Künstler*in Yase gestoßen und selten hat mich ein Bild so sehr angesprochen und im Herzen berührt. Da aber weniger meine Haut, sondern eher mein Laden der Ort ist, an dem ich mich ausdrücke und Botschaften sende, hat mir Yase deren Zeichnung für die Resi zur Verfügung gestellt.
Wenn Ihr also künftig zu uns zum Einkaufen kommt, könnt Ihr hinter der Kasse in ihrem Bild sozusagen in den Spiegel kucken: in einer Gesellschaft, die von Ausbeutung, dem Recht des Stärkeren und der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen profitiert, ist es ein fast schon rebellischer Akt, nachhaltig zu konsumieren. Es ist ein Mittelfinger an die Großkonzerne und Lobbyisten, sich zu informieren und daraufhin eine informierte Kaufentscheidung zu treffen. Es ist ein Verbreiten von Liebe, sich um seine Mitmenschen und sein Umfeld zu sorgen. Öko statt Ego vom Mikro- in den Makrokosmos.
Ein Verbreiten von Liebe?!
Ok krass, klingt auch im zweiten Moment noch richtig kitschig. Dennoch ist es genau das, was die Resi für mich ausmacht. Mit meinen 42 Jahren war ich schon oft betroffen von verbaler und emotionaler Gewalt. Ich wurde als Kind, als Jugendliche und auch im Erwachsenenalter (teilweise heftig) gemobbt. Es hat lange gedauert, bis ich akzeptiert und verstanden habe, dass ich nicht zu sensibel und zu emotional bin, sondern dass mein Weinen eine liebevolle Reaktion auf schlichtweg gemeines Verhalten ist. Mehr als einmal war ich Opfer von Sexismus und sexualisierter Gewalt. Während es lange Zeit schwer war (und oft immer noch ist), für mich selbst einzustehen und Grenzen zu setzen, konnte ich für andere Menschen leichter laut werden: zu lernen, faule Strukturen, Verhaltensweisen und Systeme zu identifizieren, anzusprechen und anzuprangern ist dadurch zu einem Teil von mir geworden. Denn:
„The only thing stronger than hate is LOVE” – Bad Bunny hat recht.
Die Resi ist ein Ort der Antidiskriminierung, der Sensibilität, der Empathie. Sie ist ein Ort, der fucking alles aus und mit Liebe tut – und ob Ihr wollt oder nicht, durch Euren Einkauf tragt Ihr jeden Tag ein Stückchen davon raus in die Welt. Also vergesst nicht, beim nächsten Mal in den Spiegel zu schauen.
Radikale Resi-Liebe, Eure Chrissi
P.S.: Wer übrigens denkt, dass all dies nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat und dieser Artikel im Unverpacktladen einer Themaverfehlung gleicht, der sei an die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erinnert – alles geht Hand in Hand.




