Sommer, Sonne, Schwitzen
Wie uns Deo und Antitranspirant helfen und wann wir es auch mal weglassen können
36 Grad und es wird noch heißer… die Temperaturen dieses Jahr sind wirklich heftig und eine Herausforderung für unseren Körper, der enorm mit der Hitze kämpft. Klar, denn wenn es draußen teilweise sogar im Schatten wärmer ist, als unsere Körperkerntemperatur, ist er auch ganz ohne sich zu bewegen genug damit beschäftigt, runter zu kühlen. Das wichtigste Werkzeug, das ihm dafür zur Verfügung steht, ist: Schwitzen.
Und obwohl es eine super natürliche und gesunde Körperreaktion ist, ist es uns oft unangenehm und wir versuchen, Schweißflecken und -Geruch durch Deos und Antitranspirante so gut es geht zu verhindern. So ist es nicht verwunderlich, dass der Markt hierfür jährlich etwa 100 Millionen Euro umsetzt.
Die Vielfalt an Produkten
Theoretisch kann ich aus bis zu 3.000 verschiedenen Produkten wählen; praktisch sind es „nur“ etwa 300 – so viele Varianten führt eine herkömmliche Drogerie im Durchschnitt. Für diese Vielzahl sind nicht nur die unterschiedlichen Darreichungsformen verantwortlich (Spray, Stick, Roll-On…), sondern natürlich auch die Duftrichtungen. Das Spektrum reicht von Klassikern wie Vanille, Lavendel und Limette bis hin zu „Marshmallow Smoke“ – der neuesten Sorte des bekanntesten Männer-Deo-Herstellers. Naja, wer’s mag… Mögen und brauchen, das sind allerdings zwei verschiedene Dinge.
Was brauchen wir eigentlich?
Hier kommt es ein bisschen darauf an, was wir bezwecken wollen. Wenn wir Schweißgeruch überdecken wollen, sollten wir zum klassischen Deodorant greifen, hier kommen Parfums und Duftstoffe zum Einsatz, die genau das schaffen. Ein Antitranspirant hingegen vermindert das Schwitzen, indem die Schweißporen durch Aluminiumsalze temporär verengt werden.
Aluminiumsalze sind jedoch kritisch zu betrachten: zwar sind sie im Antitranspirant gesundheitlich unbedenklich (entgegen der langen Annahme, dass sie mitverantwortlich für die Entstehung von Brustkrebs sind), können jedoch zu Juckreiz, Rötungen und trockener Haut führen – also eher nix für empfindliche Haut oder nach der Rasur. Vor allem aber aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, auf Aluminiumsalze zu verzichten: die Gewinnung ist super energieintensiv, für den Abbau des Rohstoffs werden teilweise große Flächen Regenwald im Amazonasgebiet gerodet, das Abfallprodukt ist hochtoxischer Rotschlamm, der entweder deponiert wird oder im schlimmsten Fall in Böden und Gewässer eingetragen wird. Außerdem ist Aluminium dafür verantwortlich, dass weiße T-Shirts und Unterhemden gelbe Flecken unter den Achseln bekommen (die man übrigens mit einer Vorbehandlung mit Zitronensäure ganz hervorragend rausbekommt: 3 EL in einem Liter warmem Wasser auflösen, Wäschestücke für 4-5 Stunden darin einweichen und danach wie gewohnt waschen).
Unsere Deocremes kommen ohne Aluminiumsalze aus. Sie wirken mit Natron und ätherischen Duftölen: Natron verhindert nicht das Schwitzen selbst, sondern unterbindet die Entstehung von unangenehmem Körpergeruch:
- Reiner Schweiß ist geruchlos. Erst wenn Hautbakterien ihn zersetzen, entsteht Geruch.
- Natron ist basisch, es erhöht den pH-Wert auf der Haut. Die geruchsbildenden Bakterien benötigen ein saures Milieu und durch Natron wird ihnen die Lebensgrundlage entzogen.
- Zudem ist Natron geruchsbindend und neutralisiert die bereits entstandenen Fettsäuren direkt.
Die ätherischen Öle sorgen außerdem für einen angenehmen Duft. Tipp vom Profi: Salbei riecht nicht nur frisch, sondern wirkt auch auf natürliche Weise antitranspirant.
Geht es auch ganz Ohne?
Ich persönlich kann Euch sagen: ja. Denn ich benutze seit etwa 25 Jahren kein Deo mehr. Gar nicht, null, nie. Ich wasche mich gründlich mit Wasser und Seife, ich rasiere meine Achseln (die Geruchsintensität ist mit Haaren deutlich höher, da Bakterien mehr Siedlungsfläche haben) und ich habe die Erfahrung gemacht, dass das völlig ausreichend ist. Im Winter schwitze ich nicht stark, und im Sommer schwitze ich – ob mit oder ohne Deo. Und nach einem langen Tag in der Resi, an dem ich viel Gewicht ins Lager und zurück transportiere, kann es womöglich auch mal sein, dass ich zu müffeln beginne – ob mit oder ohne Deo.
Es ist übrigens auch belegt, dass man bei Nutzung eines Antitranspirants zwar unter den Achseln weniger schwitzt, aber der Körper sich natürlich anders regulieren muss und man deswegen mehr beispielsweise an den Händen oder am Rücken schwitzt. Und ob oder wie sinnvoll das ist, darf jede:r selbst entscheiden.
Mach ich hier gerade Werbung dafür, unsere Produkte nicht zu kaufen?!
Jein. Ich mache immer und zu jedem Moment Werbung dafür, seinen Konsum zu hinterfragen und zu überlegen, welche Produkte der Kosmetikindustrie wirklich sinnvoll für uns sind. Gleichzeitig verstehe ich Alle, die die Wirkung von Deo benötigen und sich mit und durch die Benutzung wohler und sicherer fühlen, und all denen lege ich unsere Deocreme von Nelumbo sehr ans Herz – sie wirkt, sie ist hautfreundlich, ohne Aluminiumsalze und duftet dezent frisch. Zudem kommt sie im pfandfreien Mehrwegglas, das Ihr uns gerne zur neuen Befüllung wieder mitbringen könnt.
DIY – ein Grundrezept zum Deo selber machen
- 15 g Sheabutter
- 15 g Kokosöl
- 20 g Maisstärke
- 10 g Natron
- 5-10 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl
Die Sheabutter und das Kokosöl in ein Glas geben und im Wasserbad schmelzen. Natron und Maisstärke in einer kleinen Schüssel mischen. Die geschmolzenen Fette dazu geben und gut unterrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Die ätherischen Öle hinzugeben – vorsichtig dosieren. Besonders geeignet sind übrigens Salbei-, Lavendel und Teebaumöl. Zitrusöle oder Pfefferminz können die Haut (gerade nach der Rasur) reizen.
Und jetzt – gutes Schwitzen miteinand!





